Daniel Pennac: Die Rechte des Lesers

Noch aufschlussreicher als die Art, wie wir mit unseren Büchern umgehen,
ist nämlich die Art, wie wir sie lesen.
In Sachen Lektüre gestehen wir "Leser" uns alle Rechte zu, angefangen bei
denen, die wir den jungen Leuten verwehren, die wir
zum Lesen bringen wollen.

Wie man sich bettet, so liest man
(oder die unantastbaren Rechte des Lesers)

1. Das Recht, nicht zu lesen.
2. Das Recht, Seiten zu überspringen.
3. Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen.
4. Das Recht, noch einmal zu lesen.
5. Das Recht auf Bovarysmus, d.h. den Roman
als Leben zu sehen.
7. Das Recht, überall zu lesen.
8. Das Recht herumzuschmökern.
9. Das Recht, laut zu lesen.
10. Das Recht zu schweigen

Pennac, Daniel:
Wie ein Roman.
Aus dem Französischen von Uli Aumüller.
Köln: Kiepenheuer & Witsch 1992

Zurück zur STARTSEITE leseprojekt.de